Der Mate-Strauch - unter welchen Bedingungen wächst Matetee?

Matetee stammt aus Südamerika und wird seit einigen Jahren vermehrt in Europa und damit auch in Deutschland sehr gern getrunken. Er wirkt anregend und weist je nach Art einen ganz besonderen Geschmack auf, den viele Anhängerinnen und Anhänger sehr schätzen. Der Genuss des Tees ist außerdem in bestimmten Gesellschaftsschichten besonders beliebt und zählt beispielsweise in manchen Studentenkreisen zu den eigenen Identifikationspunkten. Hinzu kommt seine anregende Wirkung, die von den Konsumenten in purer Form als Tee oder verschiedensten Abwandlungen genossen wird.
 

In diesem Beitrag gehen wir auf die Ursprünge und biologischen, kulturellen Hintergründe dieser Pflanze ein. Kann Matetee auch in heimischen Gefilden angebaut und geerntet werden? Wie bereite ich die Blätter nach der Ernte auf und welche gärtnerischen Fähigkeiten sollte ich mitbringen, um ihn erfolgreich aufzuziehen?
 

Die Mate Pflanze

Die Mate-Pflanze

Der Matestrauch (lat. Ilex paraguariensis) wird gelegentlich auch als Matebaum bezeichnet und gehört zu den Stechpalmengewächsen. Er ist in einigen Ländern Südamerikas beheimatet: Brasilien, Argentinien, Paraguay. Dort wächst er auf Hochebenen bei feuchtem, warmem Wetter. Obwohl die Pflanze bereits seit dem 19. Jahrhundert kultiviert wird, werden bis zum heutigen Tag etwa 50 % des Ernteertrages von wilden Matesträuchern geerntet. Die Bezeichnung Matebaum erklärt sich leicht, wenn Sie lesen, welche Wuchshöhen Mate in der freien Natur erreichen kann. Die bis zu 40 cm dicken Stämme wachsen 12 bis 18 Meter hoch, werden auf Plantagen jedoch durch Zuschnitt auf maximal 5 bis 6 Metern gehalten. In der eigenen An- und Aufzucht sind diese Höhen schwer zu erreichen, dazu später mehr.
 

Was enthält die Mate-Pflanze?

Die Verwendung als Tee geht nicht nur auf den einzigartigen Geschmack, sondern auch die Inhaltsstoffe zurück, die belebend und anregend wirken. Die zwei dominanten Komponenten sind dabei Koffein mit Anteilen bis zu 1,5 % in den frischen Blättern sowie Theobromin. Die aufputschenden und zum Teil leistungssteigernden Eigenschaften des Koffeins sind bekannt. Daneben besitzt es ebenso wie Theobromin auch leicht psychoaktive und anregende Stoffe.
 

Darüber hinaus wirkt es muskelerschlaffend (relaxierend) und erhöht die Herzfrequenz, was bei bestimmten Krankheiten in therapeutischer Weise ausgenutzt wird. Auch weitere Wirkstoffe des Matestrauchs können medizinischen Zwecken dienen, da ihnen durchblutungsfördernde, harntreibende, entgiftende Eigenschaften zugeschrieben werden oder sie sich positiv auf die Bronchien auswirken bei entsprechenden Erkrankungen. Zu diesen Stoffen zählen: Flavonoide, Saponine, Theophyllin und Gerbstoffe. Letztere sind nicht nur maßgeblich für den Geschmack mitverantwortlich, sondern reagieren vielfach positiv auf den Säure-Basen-Haushalt des Körpers.
 

Aus der Ethnobotanik wissen wir, dass sich die Naturvölker schon seit Ewigkeiten der positiven Eigenschaften von Mate bewusst sind. Schamanen des indigenen Volkes der Guarani bereiten Matetee nach einer Überlieferung bereits seit über 1000 Jahren zu. Der „Trank der Götter“ wird dabei zwar auch zu kultischen Zwecken genutzt, gilt aber vor allem als Heiltrank. Mittlerweile ist dieses Getränk in der Populär-Kultur angekommen und zählt neben weiteren Getränken und Gerichten zu den Spezialitäten aus Südamerika.

 

Mate Tee Genuss

Matetee – ein alter Genuss in modernem Gewand

Wie sollte ich Matetee zu mir nehmen? Begeisterte Matetrinker nehmen sich für den Genuss viel Zeit und trinken originalen Matetee in kleiner Runde mit den dafür vorgesehenen Utensilien. Mate wird aus einem speziellen Trinkbecher – der Kalebasse – genossen. Es handelt sich dabei meist um einen getrockneten Flaschenkürbis, aber auch Holz ist des Öfteren als Becherrohstoff anzutreffen. Moderne Calabazas sind auch mit anderen Materialien hergestellt und verfügen gelegentlich über einen metallischen Trinkrand.
 

Der Matebecher wird großzügig mit Tee befüllt und in der Hand geschüttelt, damit sich die Mateblätter und feiner Staub verteilen. Dann wird der Tee erst mit warmem Wasser, nach einer kurzen Ziehzeit mit dem bis zu 80 Grad Celsius heißen Wasser aufgegossen. Dabei ist die Kalebasse schräg zu halten und für den Trinkgenuss benutzen Kenner ein spezielles Instrument, die Bombilla. Das ist ein Trinkhalm aus Metall mit einer löchrigen, löffelartigen Seite. Der Tee wird sofort durch die Bombilla genossen und im Anschluss daran kann das Prozedere mit neuem Wasser wiederholt werden.
 

Abgesehen von Bombilla und unzähligen Varianten des Mateteebechers gibt es etliches weiteres Mate-Zubehör auf dem Markt, um den Genuss dieses besonderen Tees zu zelebrieren. Es ist nicht zuletzt die Optik der verwendeten Gefäße und Hilfsmittel, die für viele Benutzer den besonderen Reiz ausmacht. Sie sind sowohl mit typischen, südamerikanischen Mustern und Symbolen beliebt, wie auch in schlichter Form und Farbe.
 

 

Die Aufzucht des Matestrauches

Wenn Sie Ihren eigenen Matetee ernten möchten, ist vor allem Geduld gefragt. Matetee wächst am Ende zwar rasch, aber vor allem am Anfang ist sehr viel Ausdauer nötig. Samen erhalten Sie im Fachhandel, spezielle Anzuchterde – wir empfehlen Kokos-Anzuchterde – ebenfalls. Sie können die Matesamen leicht anfeilen, um ihnen den Start des Wachstums zu erleichtern.
 

Auf der besagten Aufzuchterde benötigen die Samen dann jedoch trotzdem bis zu drei Monate Zeit, bis sie zu keimen beginnen. Sorgen Sie permanent für eine Temperatur von 20 bis 23 Grad Celsius und eine mindestens mittlere Luftfeuchtigkeit. Schützen Sie die zarte Pflanze vor allem in den ersten ein bis zwei Jahren vor unmittelbarer Sonneneinstrahlung (der größere Strauch verträgt mit der Zeit auch direkte Sonne) und platzieren Sie sie an einem halbschattigen Ort im Haus.
 

Matesträucher sind extrem anfällig gegen Kälte und nicht winterfest, weswegen Sie die Pflanze in unseren Breiten als Zimmerpflanze halten sollten. In dieser Funktion bereichert Sie Ihren Hausstand visuell und Sie erfreuen sich an einem exotischen Strauch in den eigenen vier Wänden. Auf die Ernte der ersten Blätter müssen Sie jedoch ein wenig warten. Nach ungefähr vier Jahren ist damit schließlich zu rechnen und nach dieser langen Wartezeit wird Ihnen der eigene Matetee sicher besonders munden.
 

Wir hoffen, Sie haben neue Erkenntnisse über die faszinierende Mate-Pflanze, seine Eigenschaften und den Genuss des Matetees erfahren.

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